Das Haschen nach Wind oder der Sinn des Lebens

Was ist der Sinn des Lebens, weshalb sind wir hier und was ist unser Ziel? Hat unser Leben überhaupt einen Wert oder ist nicht alles wertlos und damit auch sinnlos. Was könnte diesem dasein einen Wert verleihen?

Viele würden ein alles geben um diese Fragen beantworten zu können, doch scheint die einfachste Antwort darauf zu sein, dass das Leben tatsächlich sinnlos ist und nicht mehr wert als eine Hand Dreck hat.
Lange war ich auch dieser Meinung und das Leben wahr für mich ein endliches herum quälen, ein herumtappen im Dunkeln ohne dass es irgendein Sinn ergeben hätte. Für mich hatte das Leben keinen Wert und schon gar keinen Sinn.

Lesen wir die Bibel, werden wir schnell mal auf ein Buch namens Predigers stossen. Welches die Meinung der Sinnlosigkeit zu unterstützen scheint. Dazu möchte ich nur einige der Verse daraus zitieren.

Prediger 1,
14 Ich beobachtete alle Werke, die getan werden unter der Sonne, und siehe, es war alles nichtig und ein Haschen nach Wind!

Prediger 1,
17 und ich richtete mein Herz darauf, die Weisheit zu erkennen, und zu erkennen, was Tollheit und Unverstand sei; aber ich habe auch das als ein Haschen nach Wind erkannt.

Prediger 2,
11 Als ich mich aber umsah nach all meinen Werken, die meine Hände gemacht hatten, und nach der Mühe, die ich mir gegeben hatte, um sie zu vollbringen, siehe, da war alles nichtig und ein Haschen nach Wind, und nichts Bleibendes unter der Sonne!

Ein deprimierendes Fazit welches der Prediger hier zieht und tatsächlich müssen wir dem zustimmen. Weder unser Psychisches oder Physische handeln hat irgendeine Beständigkeit welche über unser Tod hinweg etwas bieten könnte.

Bau ich ein Haus, kann ich mich genau bis zu meinem Tod daran Freuen, oder bis es e.v. von einem Feuer zerstört wird.
Erarbeite ich mir alles Wissen der Welt, bringt es mir nur etwas bis ich zu Dement bin um mich überhaupt daran erinnern zu können. Klar kann ich es weitergeben, doch hat dies wirklich einen Sinn, es verlagert das Problem ja nur auf die nächste Person weiter. Das Fazit des Predigers scheint einfach und ernüchternd zu sein.

Alles tun und machen ist ein Haschen nach Wind, also Sinn und wertlos.

Doch ist dies wirklich das was uns die Bibel lernt, wird die Bibel nicht als Buch der Hoffnung bezeichnet. Hier lesen wir doch etwas ganz Anderes?
Damit wir den Prediger richtig verstehen können, müssen wir einige Sachen wissen.

  • Der Prediger schliesst Gott und das Leben nach dem Tod bewusst aus
  • Der Prediger ist ein Gedanken Konstrukt eines unglaublich weisen Menschen
  • Der Prediger beschreibt das Leben von der Weltlichen sich aus «Alles unter der Sonne»

Der Prediger ist also in keiner Weise ein Buch eines depressiven Pessimisten, sondern es wurde bewusst geschrieben um einen Punkt klar zu machen. Nämlich dass es aus unserer Sicht, tatsächlich keinerlei Sinn und Wert in dieser Welt gibt und alles tatsächlich Nichtig ist.
Doch legen wir den Blickwinkel ein bisschen ausserhalb unseres eingeschränkten Sicht Feldes. Bringen wir Gott in die Gleichung ein, sieht das Bild ein bisschen anders aus.

1. Mose 1,
27 Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.
28 Und Gott segnete sie; und Gott sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan; und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alles Lebendige, das sich regt auf der Erde!

1. Mose 2,
15 Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und bewahre.

Der Schöpfungsbericht wird aus der Sicht Gottes beschrieben, von einer ganz anderen Sichtweise wie der Prediger die Welt sah.
Nämlich aus der Sicht des Töpfers.
Würden wir ein Topf Fragen, was er für einen Sinn hinter seinem Dasein vermutet, dann könnte er auch nur Sagen «Keinen», denn der Topf sieht seinen Nutzen von seinem Standpunkt aus, gar nicht. Erst wenn wir den Töpfer fragen, wird dieser Antworten «Der Topf ist absolut wichtig, da sonst mein wertvoller Wein auf den Boden versickern würde».
Nehmen wir also die Sichtweise Gottes ein und lassen wir die weltliche Sichtweise einmal bei Seite.

Gott ist also der Töpfer und er wollte uns und unsere Welt erschaffen. Kein Töpfer würde sich so viel Mühe nur aus Spass machen, also muss es einen Sinn dahinter haben, doch welcher?
Gott hat uns Menschen mehrere Aufträge gegeben. Die vier wichtigsten finden wir hier.

  1. Herrschen über Tiere und Pflanzen (1. Mose 1, 26 + 28)
  2. Bebauen und Bewahren des Gartens Edens (1. Mose2, 15)
  3. Fortpflanzung (1. Mose 1, 28)
  4. Leben in Gemeinschaft mit Gott (z.B. 1 Kor 1.9, Eph 3.9)

Nun wird es Spannend, aus der Sicht des Töpfers haben wir also wirklich einen Zweck und dieser wurde uns sogar Offenbart.
Spannend ist es nun aber, dass drei von diesen vier Punkten auch ohne Beziehung zu Gott ausführbar sind, dies kann also von allen Menschen gemacht werden. Egal ob Sie Gott anerkennen oder nicht. Doch ohne den vierten Punkt, währen diese drei Sachen wiederum ein Haschen nach Wind, es wäre keine Substanz dahinter.
Doch weshalb finden wir diese drei Punkte alle im Schöpfungsbericht?

Bei der Schöpfung, war die Welt Perfekt, Gott lebte seine Gemeinschaft direkt im Garten Eden mit Adam und Eva, der vierte Punkt war also voll gegeben. Die anderen Punkte waren also die eigentlichen wichtigen Dinge die er dem Menschen noch mitgeben musste. Gott hat die Menschen in seinem Ebenbild erschaffen, und Ihnen in seiner Gegenwart Verantwortung über die restliche Schöpfung übergeben. Der Tod kam noch nicht in die Welt, trotzdem benötigte die Schöpfung anscheinend schon dazumal ein Verwalter und nicht erst nach dem Sündenfall. Der Töpfer hat seinen Töpfen also eine Verwaltung Aufgabe übertragen.
Doch dann kam der Sündenfall in die Welt und es gab einen Bruch in die Beziehung mit Gott, die Sünde ist Trennung von Gott und dadurch verloren wir Menschen die Fähigkeit den Punkt vier auszuüben. Doch ohne Punkt vier verkamen die anderen drei Punkte zu Winden, welche nur noch oberflächlich wirklich etwas bringen. Durch den Tod und die Sünde, verkam unser gesamter Sinn zu einer Sinnlosigkeit.

Hat also der Prediger doch recht, war das Leben mal sinnvoll aber nun ist alles ein Haschen nach Wind, das durch den Tod bestätigt würde?
Ja, der Prediger hätte wirklich recht, wenn Gottes Gnade und Liebe nicht vorhanden wäre. Doch Gott hat uns Menschen nicht aufgegeben und sein oberstes Ziel ist es den Punkt vier wiederherzustellen.

Aus reiner Liebe zu seiner Schöpfung hat Gott uns nach dem Sündenfall nicht einfach vernichtet. Er hat uns ein weiteres Ziel definiert, nämlich den «Glauben», dies damit der gebrochene Zustand wiederhergestellt werden kann. Der Glaube lässt sich dabei als weg zum neuem Garten Eden bezeichne.

Hebräer 11,
13 Diese alle sind im Glauben gestorben, ohne das Verheißene empfangen zu haben, sondern sie haben es nur von ferne gesehen und waren davon überzeugt, und haben es willkommen geheißen und bekannt, daß sie Gäste ohne Bürgerrecht und Fremdlinge sind auf Erden;
14 denn die solches sagen, geben damit zu erkennen, daß sie ein Vaterland suchen.
15 Und hätten sie dabei jenes im Sinn gehabt, von dem sie ausgegangen waren, so hätten sie ja Gelegenheit gehabt, zurückzukehren;
16 nun aber trachten sie nach einem besseren, nämlich einem himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn er hat ihnen eine Stadt bereitet.

Glauben ist ein Wanderer zu sein, dem sich der gefallene Zustand dieser Welt bewusst ist. Der weiss, dass Gott etwas Anderes geplant hat und wir hier nur auf der Durchreise in unser Vaterhaus (Neue Garten Eden) sind. Durch den Glauben, verliert der Tod seine Sinnlosigkeit und die Punkte 1-3 erhalten wieder eine Bedeutung. Wir haben unsere Heimatstadt (Adams Garten Eden) beim Sündenfall verloren und sind nun auf der Durchreise in den neuen Garten, Gottes Garten Eden.
Doch dieser Glaube war nicht Kostenlos, nein er Kostet unendlich viel, viel mehr als irgendjemand jemals bieten könnte. Der Sinn des Lebens wurde von Gott unglaublich teuer für uns bezahlt.

1 Petrus 1,
18 Denkt daran, was es Gott gekostet hat, euch aus der Sklaverei der Sünde zu befreien, aus einem sinnlosen Leben, wie es schon eure Vorfahren geführt haben. Christus hat euch losgekauft, aber nicht mit vergänglichem Silber oder Gold,

Jesus hat durch seinen Tod, das Ticket, die Miete, die Verpflegung und den Flug bezahlt. Einen Preis, der niemand von uns auch nur Bruchteilhaft bezahlen könnte. Wir können dieses Geschenk nur aus Glaube annehmen. Glauben wir an Jesus so erhalten wir dieses Ticket, Glauben wir das Jesus für uns Bezahlt hat dann steht uns dieses Ticket zu. Es gibt keinen anderen weg.

Glauben wir, dass es nach dem Tod weitergeht, dass Jesus nach dem Tod Punkt vier wiederherstellen kann, dann füllt sich unser Leben wieder mit einem unglaublichen Sinn und es wird wertvoll. Glauben wir dies nicht, dann bleibt unser Leben ein depressives Haschen nach Wind.

Der Münzmacher gibt seiner Münze den Wert, nicht die Münze gibt sich selbst einen Wert. Genauso gibt der Schöpfer seiner Schöpfung einen Wert. Dem Menschen hat Gott dabei so viel wert gegeben, dass er sogar seinen Sohn dafür gab, um die Gemeinschaft wieder herstellen zu können. Wir sind kein Abfall Produkt Gottes, sondern ein unendlich wertvolles und geliebtes Individuum. Erkennen wir dies, dann erkennen wir auch den Sinn und die Freuden in diesem Leben und der Tod verliert seinen Stachel. Denn wir werden wieder die volle Gemeinschaft mit Gott leben können. Unser Glauben bietet uns jetzt nur einen kleinen Vorgeschmack darauf.

Freuen wir uns, dass Jesus für uns den Preis bezahlt hat, damit unser Leben wieder Sinnerfüllt wird und wir gerettet werden können. Das Leben ist genial, doch das Ziel wird noch viel genialer. Wir sollten sein wie kleine Kinder, welche es nicht erwarten können endlich im Europapark anzukommen. Die Fahrt scheint manchmal lang und er schwerlich, aber sind wir erst angekommen, dann ist die Freude unbeschreiblich gross.

  • Alle Bibelstellen nach Schlachter 2000

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