Der geschlagene Fels

Vielen ist die Geschichte von Mose und dem Grund, weshalb er nicht ins gelobte Land rein durfte bekannt. Dabei scheint die Strafe, welche er für sein relativ kleines vergehen erhalten hat, sehr hart. Ist Gott hier also unverhältnismässig gewesen oder steckt noch mehr dahinter?
Dies will ich hier genauer anschauen.

Zuerst wollen wir aber die Geschichte Lesen.
Die Geschichte beginnt in der Wüste.

2. Mose 17, 3 Als nun das Volk dort nach Wasser dürstete, da murrten sie gegen Mose und sprachen: Warum hast du uns aus Ägypten heraufgeführt, um uns und unsere Kinder und unser Vieh vor Durst sterben zu lassen?
4 Da schrie Mose zum Herrn und sprach: Was soll ich mit diesem Volk tun? Es fehlt nicht viel, und sie werden mich noch steinigen!
5 Und der Herr sprach zu Mose: Tritt hin vor das Volk und nimm etliche Älteste von Israel mit dir und nimm den Stab in deine Hand, mit dem du den Nil geschlagen hast, und geh hin.
6 Siehe, ich will dort vor dir auf dem Felsen am Horeb stehen; und du sollst den Felsen schlagen, und es wird Wasser herauslaufen, damit das Volk zu trinken hat. Und Mose tat dies vor den Augen der Ältesten Israels.

Israel war durstig, sie verlangten nach Wasser, doch es gab nirgends etwas, wahrscheinlich hatte sich diesen Zustand schon länger hingezogen und die Menschen waren kurz vor dem Verdursten, hatten jedoch keinerlei Hoffnung mehr, dass sie noch rechtzeitig gerettet werden könnten.
Anscheinend war es für Mose aber kein Thema, dass Gott Sie nicht versorgen würde, seine Reaktion war, direkt zu Gott zu gehen mit seinem Problem und es Ihm hinzulegen.
Gottes Antwort war jedoch sehr unkonventionell, Mose sollte einen Fels Schlagen, damit das rettende Wasser herausströmt.

Weshalb hat Gott es nicht einfach regnen lassen oder eine Quelle aus der Wüsste springen lassen. Gott hat dies bei Abrahams Magd ja bereits getan, weshalb also eine solch komische Methode?
Diese Aufforderung muss also noch mehr dahinter haben, doch schauen wir uns die zweite Stelle noch an.

4. Mose 20, 5 Warum habt ihr uns doch aus Ägypten heraufgeführt, um uns an diesen bösen Ort zu bringen, wo man nicht säen kann, wo weder Feigenbäume noch Weinstöcke noch Granatäpfel zu finden sind, ja, nicht einmal Trinkwasser?
6 Und Mose und Aaron gingen von der Gemeinde weg zum Eingang der Stiftshütte und fielen auf ihr Angesicht. Und die Herrlichkeit des Herrn erschien ihnen.
7 Und der Herr redete zu Mose und sprach:
8 Nimm den Stab und versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet zu dem Felsen vor ihren Augen, so wird er sein Wasser geben. So sollst du ihnen Wasser aus dem Felsen verschaffen und der Gemeinde und ihrem Vieh zu trinken geben!
9 Da holte Mose den Stab vor dem Herrn, wie er ihm geboten hatte.
10 Und Mose und Aaron versammelten die Gemeinde vor dem Felsen; und er sprach zu ihnen: Hört doch, ihr Widerspenstigen: Werden wir euch wohl aus diesem Felsen Wasser verschaffen?
11 Und Mose hob seine Hand auf und schlug den Felsen zweimal mit seinem Stab. Da floß viel Wasser heraus; und die Gemeinde trank und auch ihr Vieh.
12 Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron: Weil ihr mir nicht geglaubt habt, um mich vor den Kindern Israels zu heiligen, sollt ihr diese Gemeinde nicht in das Land bringen, das ich ihnen gegeben habe!

Wir finden hier eine fast exakt gleiche Situation, wieder ist das Volk vom Durst geplagt und wieder geht Mose direkt zu Gott mit dem Problem.
Doch dieses Mal lautet der Auftrag anders, Mose soll nur mit dem Felsen Sprechen, aber ihn nicht mehr schlagen.
Wiederum gibt Gott einen anscheinend willkürlichen Befehl heraus, doch dieses Mal gehorcht Mose nicht. Anstelle des Wortes an den Felsen (Man könnte dies auch als Gebet deuten) zu richten, schlägt er die Felsen und dies Sogar zweimal. Zusätzlich nimmt er für sich in Anspruch dies bewirkt zu haben.
Erstaunlicherweise, war Gott so gnädig trotzdem Wasser hervor zu bringen, doch war dies anscheinend nur aus Gnade.

Wir sehen also, dass hinter diesen anscheinend willkürlichen Befehlen mehr stecken muss, viel mehr als dies Oberflächlich zu scheinen wirkt.
Es gibt in der Geschichte mehrere Punkte auf die wir unser Augenmerk setzen sollten.

Die Wüste und der Durst des Volkes

Das Volk war in der Wüste und kurz vor dem Verdursten, es verlangte nach der Errettung in Form von Wasser. Dies war eine ganz natürliche Reaktion, jeder von uns würde wahrscheinlich nach Wasser verlangen, wenn er in der Wüste steht. Doch die Wüste und der Durst steht hier für mehr.
Auch wir stehen heute in einer Wüste und auch wir verlangen nach dem rettenden Wasser. Die Wüste symbolisiert dabei unsere gefallene Welt, Sie ist eine Metapher für die alles zerstörende Sündhaftigkeit, aus unserer Sünde kann keine Rettung entstehen.
Der Durst steht dabei für das innere Verlangen, gerettet zu werden. Jeder Mensch hat ein Verlangen seinen Durst zu Stillen, doch finden wir kein Lebensspendendes Wasser in dieser Wüste.

Der Fels

Die ganze Geschichte zentriert sich um diesen Felsen, der von Mose einmal geschlagen und einmal «Angebetet» werden sollte.
Was also kann dieser Felsen bedeuten? Die offensichtliche Antwort finden wir in mehreren Stellen in der Bibel einige habe ich hier herausgesucht, es gibt jedoch noch viele mehr.

5. Mose 32,4 Er ist der Fels; vollkommen ist sein Tun; ja, alle seine Wege sind gerecht. Ein Gott der Treue und ohne Falsch, gerecht und aufrichtig ist er.

Psalm 18,32 Denn wer ist Gott außer dem Herrn, und wer ist ein Fels außer unserem Gott?

1. Korinther 10, 4 denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus.

Jetzt fügt sich das Bild langsam zusammen, der Fels in dieser Geschichte scheint also Jesus zu symbolisieren, doch was hat es mit dem Schlagen und dem Wasser auf sich.

Das Wasser

Wasser ist lebensnotwendig, ohne Wasser kann es kein Leben geben. Dies war den Israeliten wohl bekannt, waren Sie doch kurz vor dem Verdursten.
Das Wasser welches hier aus dem Felsen kommt, symbolisiert das lebendige Wasser, welches von Jesus ausgeht.

Johannes 4,10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du die Gabe Gottes erkennen würdest und wer der ist, der zu dir spricht: Gib mir zu trinken!, so würdest du ihn bitten, und er gäbe dir lebendiges Wasser.

Offenbarung 22,1 Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes.

Jesus hat das Wasser, in die sündhafte Wüste dieser Welt zurückgebracht. Er hat sein lebendiges Wasser in diese Wüste ausgeschüttet, damit jeder der davon Trinkt wieder Leben kann und nicht zu Grunde geht.
Die Geschichte offenbart sich, also immer mehr als Metapher auf das Wirken von Jesus.

Das Schlagen des Steins und das Reden

Mose musste den Stein Schlagen damit das Wasser herauskam. Genau so musste Jesus «Geschlagen» werden. Jesus wurde für unsere Sünden hingerichtet, und durch seinen Tod kam die Erlösung in diese Welt.
Erst nach dem Jesus «geschlagen» wurde, war sein Werk vollbracht und die Quelle konnte geöffnet werden. Das Wasser steht hier auch für die Ausschüttung des Heiligen Geistes. Erst nach der «Schlagung» Jesus wurde der Heilige Geist ausgeschenkt.
Das Opfer von Jesus, bedarf dabei keine Wiederholung mehr, Jesus muss nicht nochmals ans Kreuz für uns, damit wir errettet werden können, das einmalige Schlagen war vollkommen.

Wir müssen heute nur noch an Jesus Glauben und ihm Vertrauen, ein Gebet reicht um die Quelle des lebendigem Wassers auch für uns zu öffnen.
Eine zweite Kreuzigung Jesus ist nicht mehr nötig, deshalb durfte Mose das zweite Mal den Stein nicht mehr schlagen, sondern er sollte mit ihm reden.

Moses vergeht, bestand also darin, das Opfer von Jesus nicht ernst zu nehmen. Wir können davon ausgehen, dass Mose die Bedeutung dieses Wunders, von Gott offenbart bekommen hat. Immer hin hat nie jemand so ein enger Kontakt mit Gott gepflegt wie Mose. Das vergehen Mose war also ein vergehen am Opfer von Jesus und deshalb wurde es so hart von Gott bestraft.
Doch Gott war trotzdem gnädig zu Mose, Hunderte Jahre später, stand Mose mit Jesus zusammen im gelobtem lande.

Matthäus 17,2 Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.
3 Und siehe, es erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm.

Gottes Gnade war nicht von Mose gewichen, doch sein vergehen erforderte eine Bestrafung. Mose durfte das Volk nicht in das gelobte Land führen, doch erhielt er ein persönliches Begräbnis von Gott. Was für eine ehre muss dies sein, von Gott eigenhändig begraben zu werden?
Die Strafe für Mose scheint auf den ersten Blick hart und ungerecht, doch Gottes Pläne stehen über unserem Denken.

Jesus ist der Fels, welcher geschlagen wurde um uns zu retten.
Unsere Sünden, lassen uns langsam verdursten, doch die Rettung ist bereit und wir müssen nur auf diesen Felsen vertrauen. Legen wir Jesus unsere Sünden hin und beten ihn an, dann wird dieses lebendige Wasser auch unser Durst löschen und es wird Leben in der Wüste geben.

  • Alle Bibelstellen nach Schlachter 2000

Ein Gedanke zu “Der geschlagene Fels

  1. René Graf

    Eine Interessante Typologie mit dem Felsen und dem Wasser auf Jesus und den Heiligen Geist hin. In dieser Weise habe ich auch noch nicht darüber nachgedacht, doch diese Parallelen scheinen zu existieren. Danke für deinen Beitrag! Ich werde es noch ein wenig auf mich wirken lassen und darüber nachdenken. Die nächsten zwei Wochen im Zivilschutz habe ich sicherlich mal die Gelegenheit dazu :).

    Gefällt 1 Person

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