Der HERR – eine feste Burg

Auf mich haben Burgen und Schlösser immer grossen Eindruck gemacht. Sie haben echt was faszinierendes. Sie sind gigantisch gross und man fühlt sich daneben so richtig klein.

Die Burg – kein Eindringen für den Ritter

Stellt euch nun mal diese Situation vor. Da kommt ein Ritter zu Pferd angeritten und rammt eine Burg. Das Pferd ist natürlich erst einmal etwas benebelt und der Ritter verliert vielleicht das Gleichgewicht und fliegt vom Pferd. Aber die Mauer, die gab keinen Millimeter nach. Meterdick sind sie aus Kalkstein, Granit und was man auch immer dazu verwendete. Von aussen fast unüberwindbar. Da sient auch der jüngste Ritter alt aus. Da hat er einfach keine Chance.

Die Burg – Zuflucht und Schutz für den Ritter

Nun findet ja ein Kampf von mutigen Rittern draussen auf dem Feld statt. Er kann sich zwar hinter Felsen oder im Wald verstecken und auf einen günstigen Zeipunkt für seinen Angriff warten, doch da ist er immer wieder Gefahren ausgesetzt.

Von Zeit zu Zeit ist es also eine Notwendigkeit für ihn, in einer sicheren Festung Zuflucht zu finden und genau so eine Zuflucht bietet ihm eine Burg. Das wogegen er selbst kaum ankommt, ist auf der anderen Seite sein Schutz vor Feinden.

Die Burg im biblischen Kontext

Auch in der Bibel werden oft Festungen und Burgen erwähnt. Jetzt stammen ja diese Burgen, welche wir in der Regel kennen aus dem Mittelalter. Welches Bild hatten jedoch die Leute damals von einer Burg? Eine Festung war mit einer Stadt in der Regel gleichbedeutend. So wurde zum Beispiel Jerusalem unter Nehemia mit einer Stadtmauer erbaut. Manchmal hebt der Ausdruck „Stadt mit Mauer“ den normalen Verteidigungsaspekt im Gegensatz zu den mauerlosen Dörfern hervor.

Jetzt habe ich eine Schätzfrage an euch: Was denkt ihr, wie dickt war eine solche Mauer damals?

Massive Mauern waren durchschnittlich drei Meter dick. Der Socke konnte aber manchmal sechs bis neun Meter aufweisen. Eine Stadt wurde wann immer möglich an einen Ort gebaut, von wo aus man sie gut verteidigen konnte. Ausserdem wurde um die Mauer einen Graben gezogen,um es dem Angreifer noch schwerer zu machen.

Der HERR, die Festung auf die man sich verlassen kann

Auch Gott wird oft mit einer Burg / mit einer Festung verglichen. Einige Beispiele:

Als David vor Saul, der in umbringen wollte, von Gott gerettet wurde, sagte er: Ich liebe dich, HERR, denn durch dich bin ich stark! HERR mein Fels, meine Burg, mein Retter, du mein Gott, meine sichere Zuflucht, mein Beschützer, mein starker Helfer, meine Festung auf steiler Höhe! (Psalm 18,2-3)

Dieser ganze Psalm findet sich auch wortwörtlich im zweiten Samuelbuch (Kapitel 22) wieder, und zwar unmittelbar darauf als David gerettet wurde.

Oder wie es in diesem berühmten Psalm heisst, aus dem das bekannte Lied „Unterem Schirm vom Höchschte“ (Schweizerdeutsch) entstanden ist:

Wer unter dem Schirm (Schutz) des höchsten Gottes lebt, darf ruhen bei ihm, der alle Macht hat. Er sagt zum Herrn: „Du bist meine Zuflucht, bei dir bin ich sicher wie in einer Burg. Mein Gott, ich vertraue dir!“ (Psalm 91,1-2)

Gott ist also ein sicherer Schutz, er hat alle Macht, er ist ein Ort der Zuflucht, ein Ort an dem man sich sicher fühlen kann. Bei ihm erlebt man Schutz, Geborgenheit und Sicherheit.

Städte können erobert werden

Eines darf ich euch jedoch nicht vorenthalten. Städte und Festungen können erobert werden. Natürlich ist das gar nicht so leicht. Es gab in der Geschichte mehrere Methoden dafür. Es gab die Kunst der Überredung, bei der man am wenigsten Verluste zu verzeichnen hatte. Ein König sieht seine Unterlegenheit ein und gibt nach. Der Eroberer kommt ohne Blutvergissen an die Macht. Doch meistens wird nicht so leicht nachgegeben. Es gab auch listige Vorgehensweisen um eine Stadt zu erobern.

Meistens jedoch musste jedoch ein Sturmangriff auf eine Stadt ausgeübt werden. Das war kein leichtes Unterfangen. Dabei wurde eine Stadt oft lange Zeit belagert. Handelswege wurden abgeschnitten und wenn eine Stadt ungenügend Nahrungsmittel hatte, wurden die Menschen krank und man hatte bessere Chancen für die Eroberung.

Lohnt es sich, auf Gott zu vertrauen?

Vielleicht denkt ihr euch ja, wenn diese Festungen trotz allem erobert werden können: „Kann man sich da wirklich auf Gott verlassen?“ Ja, das kann man sich und das will ich euch anhand einer Geschichte aus der Bibel erzählen. Das Volk Israel wurde aus Äghypten befreit. Ihr wisst schon, diese Geschichte mit den Fröschen, den Mücken und anderen Plagen. Die Geschichte in der Gott das Wasser des Meeres teilte und das Volk einfach hindurch marschieren konnte. Doch das Volk war ungehorsam, sie glaubten Gott nicht und Gott bestrafte das Volk, das dann in der Wüste starb. Erst die nächste Generation durfte in das verheissene Land einziehen. Unter Josua (so hiess der neue Anführer) kam das Volk nun zu einer Stadt. Diese war von einer hohen Mauer umgeben. In Jericho, so hiess diese Stadt baute man gleich zwei Mauern hintereinander und der Raum dazwischen konnte dann als Wohnraum benutzt werden oder als Abstelltkammern. Die Mauern waren etwas dünner und man konnte den Zwischenraum, bei einer Belagerung zusätzlich mit Gröll füllen. Die Stadt war also gut geschützt. Josua sandte Kundschafter in die Stadt – einige Spione sozusagen, welche mal schauen sollten ob die Stadt eingenommen werden kann. Diese Spione kamen nun zu einer Frau Namens Rahab. Sie lebte in einem Haus innerhalb dieser Mauer und war eine Prostituierte. Diese Frauen galten in der Gesellschaft damals wenig. Was sie zu den Spionen sagte ist höchst erstaunlich. Das will ich euch vorlesen:

»Ich weiß, dass der Herr euch dieses Land gegeben hat. Alle seine Bewohner zittern vor euch, sie sind vor Angst wie gelähmt. Wir haben gehört, dass euer Gott euch einen Weg durch das Schilfmeer gebahnt hat, als ihr aus Ägypten gezogen seid. Wir wissen auch, dass ihr auf der anderen Seite des Jordans die beiden Amoriterkönige Sihon und Og besiegt und getötet habt. Deshalb haben wir allen Mut verloren. Keiner von uns wagt, gegen euch zu kämpfen. Denn der Herr, euer Gott, hat die Macht im Himmel und auf der Erde. Ich bitte euch, schwört mir bei ihm, dass ihr an meiner Familie genauso handelt, wie ich an euch gehandelt habe. Und gebt mir ein zuverlässiges Zeichen, dass ihr es ernst meint und meinen Angehörigen das Leben retten wollt, meinem Vater und meiner Mutter, meinen Brüdern und meinen Schwestern und allen in meinem Haus!« Die Kundschafter antworteten ihr: »Der Herr soll unser eigenes Leben von uns fordern, wenn einem von euch etwas geschieht! Aber ihr dürft niemand sagen, dass wir hier waren. Dann werden wir uns an die Abmachung halten und dich und deine Angehörigen verschonen, wenn der Herr uns dieses Land gibt.«

Wisst ihr Rahab fürchtet diesen Gott auch. Aber nicht wie ihr eigenes Volk. Ihr Volk hatte einfach Angst. Sie jedoch vertraute darauf, dass dieser Gott sie retten kann. Sie rettete die Kundschafter und wollte, dass dieser Gott ebenso an ihr handelt. Sie wandte sich damit von ihrem Volk ab und wandte sich dem Gott Israels zu. Darauf zog das Volk Israel sieben mal um die Stadt. Vielleicht lachten die einen oder anderen noch höhnisch von den Mauern runter. Obwohl sie Angst hatten, zeigten sie diese Angst nicht. Die Mauern sind ja stark genug. Vielleicht machten sie sich auf eine monatelange Belagerung gefasst. Nix da, es dauerte gerade mal sieben Tage und die Mauern Jerichos stürzten ein. Einzig ein Haus innerhalb dieser Mauer blieb stehen – das Haus der Rahab. Sie und alle ihre Verwandten blieben am Leben, weil sie Gott mehr vertraute als diesen Mauern. Und wisst ihr, alle Mauern um euch herum können einstürzen. Aber wenn ihr euch auf Gott verlässt, so seid ihr immer auf der sicheren Seite. Und noch etwas ist erstaunlich an dieser Geschichte mit Rahab. Sie vertraute Gott und Gott sorgte dafür, dass sie nicht in Vergessenheit gerät. Sie heiratete Salmon und kam somit in das Geschlecht aus dem David kam und David war ein Vorfahre von Jesus. Rahab ist eine von vier Frauen, die im Geschlechtsregister von Jesus Christus in Matthäus 1 erwähnt wird.

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