Der Staub der Strasse (Vergebung Teil 2)

Wenn Jesus, mit dem Kreuzestod, alle Sünden vergeben hat, weshalb müssen wir Christen dann immer noch regelmässig um Vergebung bitten? Ist Gott so vergesslich oder reicht die Bekehrung etwa nur bis zur nächsten Sünde?

Diese Frage ist sicherlich sehr schwer zu beantworten, noch schwerer wenn man dies nur in einem Kurzem Blog machen möchte. Trotzdem will ich versuchen diese Frage anhand eines Biblischem Ereignisses zu beantworten. Sicherlich gibt es noch weitere Argumente, diese dürfen gerne in den Kommentaren angesprochen werden.

Zuerst müssen wir aber wieder einen kurzen geschichtlichen Rückblick erhalten.
Jesus hat sich mit seinen Jünger zum letztem Passahmahl vor seinem Tod zusammengetroffen. Das Passahmahl wird zur Erinnerung an den Auszug aus Ägypten gefeiert. Damals mussten die Israeliten, Blut an die Türpfosten streichen, damit Sie vom Todesengel verschont wurden. (1)
Die parallele zu Jesus Tod ist hier unverkennbar, auch durch das Blut Jesus werden wir von dem Tod befreit. Doch ist sein Blut dann nicht ausreichend für die Deckung der Sünden, weshalb müssen wir immer wieder um Vergebung bitten?

Ein Grund weshalb wir dies machen müssen, können wir in den Ereignissen beim Passah finden. Jesus wusch dabei die Füsse der Jünger, dies zum Zeichen der Demut und als Beispiel für die Jünger, wie sie miteinander umgehen sollten. Doch finden wir in dieser stelle noch viel mehr.

Johannes 13, 3 da Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte und dass er von Gott ausgegangen war und zu Gott hinging,
4 stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab, nahm einen Schurz und umgürtete sich;
5 darauf goss er Wasser in das Becken und fing an, den Jüngern die Füsse zu waschen und sie mit dem Schurz zu trocknen, mit dem er umgürtet war.

Jesus macht hier etwas sehr Untypisches, die Füsse Waschen, war eigentlich die Aufgabe des niedrigsten und sicher nicht des Meisters. Jesus zeigt hier also totale Demut und auch die Liebe zu den Jüngern. Denn die Füsse von seinem Meister gewaschen zu bekommen, kann nur als grosse unverdiente Ehre angeschaut werden. Auch heute würden wir wohl niemanden einfach unsere Füsse waschen lassen. Dies wäre auch bei uns ein grosses Zeichen der Demut und Ehre. Doch steht hier noch mehr als nur die Tat des Füsse Waschens. Es steht auch, dass Jesus wusste, dass er die vollmacht hatte und dass er den Weg vollenden wird. Dieser leicht zu übersehende Satz kann für das weitere Verständnis sehr wichtig sein, wir sollten ihn deshalb im Hinterkopf behalten.

6 Da kommt er zu Simon Petrus, und dieser spricht zu ihm: Herr, du wäschst mir die Füße?
7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber danach erkennen.

Hier sehen wir den klassischen Petrus, er versteht nicht, was Jesus mit der Tat zeigen möchte und lehnt die Waschung ab. Denn er sieht sich als unwürdig an, von seinem geliebtem Meister so etwas anzunehmen. Doch Jesus hat Geduld mit Petrus und erklärt ihm, dass er dies aus einem Grund machen muss, damit er Später verstehen kann.

8 Petrus spricht zu ihm: Auf keinen Fall sollst du mir die Füsse waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du keine Gemeinschaft mit mir.
9 Simon Petrus spricht zu ihm: Herr, nicht nur meine Füsse, sondern auch die Hände und das Haupt!
10 Jesus spricht zu ihm: Wer gebadet ist, hat es nicht nötig, gewaschen zu werden, ausgenommen die Füsse, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
11 Denn er kannte seinen Verräter; darum sagte er: Ihr seid nicht alle rein.

Petrus war noch nicht ganz überzeugt, er konnte es immer noch nicht annehmen. Deshalb muss Jesus ein bisschen deutlicher werden. Würde er sich die Füsse nicht Waschen lassen, könnte er keine Gemeinschaft mit ihm haben. Für Petrus gab es wohl nichts Wichtigeres, als volle Gemeinschaft mit Jesus zu leben.
Weshalb sagt Jesus so etwas? Wäre diese Waschung, nur als vorzeige-tat für ein gewünschtes Verhalten der Jünger gewesen, hätte Jesus auch einfach beschreiben können weshalb er dies tut. Doch stattdessen, spricht er für Petrus wie in Rätseln.
Jesus möchte hier auf einen viel tieferen Punkt eingehen, welcher Petrus in diesem Moment wirklich nicht verstehen konnte. Er Spricht hier die Vergebung an. Da Jesus weiss, dass er alle Sünden auf sich nehmen wird und darunter auch die der Jünger sein werden, sagt er, dass die, welche Gebadet haben, nicht nochmals gereinigt werden müssen, ausser den Füssen, die durch das Laufen in Sandalen. Staubig wurden.

Sehen diese Stelle, nochmals, aus der Sicht der Vergebung an. Durch das Blut Jesus, sind wir nach der Bekehrung, rein geworden. Unser ganzer Körper ist rein und wir haben die Errettung erhalten. Doch leben wir immer noch auf einer Staubigen (Sündigen) Welt, und durch das Laufen in der Welt, werden unsere Füsse zwangsläufig wieder schmutzig.
Unser Körper ist also eigentlich vollständig rein, doch durch die Sünden, welche wir noch nach der Bekehrung unweigerlich machen, werden unsere Füsse wieder schmutzig.
Doch unsere Reinheit durch Jesus Blut wird dabei nicht überdeckt, sondern nur unsere «Füsse». Leider reichen schmutzige Füsse schon aus, um nicht mehr komplett in Jesus Gegenwart gehen zu können.
Die volle Gemeinschaft mit Jesus, können wir erst wieder haben nach dem er unsere Füsse wieder abgewaschen hat. Wir können nicht mit dreckigen Füssen auf dem unendlich reinem, Teppich von Jesus eintreten.
Doch Jesus weiss, dass wir nach wie vor in einer staubigen Umgebung herumlaufen müssen, dass die Herrlichkeit noch nicht auf diese Erde vollendet ist. Somit weiss er auch, dass wir Zwangsläufig wieder schmutzige Füsse erhalten. Doch durch die Schmutzigen Füsse, verlieren wir die Gnade von Jesus nicht!
Wir können aber nicht im vollen Kontakt mit ihm sein.
Bildlich gesagt, muss er vom Türrahmen aus Kommunizieren. Denn auf den Heiligen Teppich darf niemand mit Dreckigen Füssen. Somit müssen wir, obwohl wir eigentlich Rein sind, trotzdem immer wieder unsere Füsse Waschen lassen.
Damit wir, wieder ganz am Tisch von Gott auftanken können. Wir verlieren unser Heil nicht durch die Dreckigen Füsse des Alltags, denn Jesus Blut ist mehr als genug um uns rein zu machen. Eine Komplet Waschung nach dem Bad in der «Vergebung» ist nicht mehr nötig. Doch wollen wir die volle Gemeinschaft und Liebe von Jesus erleben, müssen wir auf seinen Heiligen Teppich eintreten und mit ihn an den Tisch sitzen und nicht mit den Dreckigen Füssen vor der Tür stehen bleiben. Jesus will die volle Gemeinschaft!

Die Vergebung von Jesus ist endgültig und vollkommen ausreichend, doch mit Staub an den Füssen können wir die Beziehung mit Jesus nicht vollkommen leben, deshalb sollen wir immer wieder die Füsse bei Jesus waschen lassen. Damit wir die volle Gemeinschaft leben können.

 

1) 2. Mose 12
Alle Bibelstellen nach Schlachter 2000

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