Für mein Masterstudium musste ich mich mit der Aufgabe des Lehrens in der Gemeinde auseinandersetzen. Dabei habe ich anhand von Epheser 4,11-16 eine These formuliert, welche ich hier teilen möchte.
These: Lehre, die nicht in die Mündigkeit führen will, ist geistlicher Missbrauch
Lehrer dienen nicht ihrem eigenen Selbstzweck, sondern stellen sich demütig unter Christus und haben damit das Ziel, jeden Hörer immer mehr in eine Mündigkeit gemeinschaftlichen Glaubens zu führen.
Das bedeutet: Alle Ämter haben das gemeinsame grosse Ziel, die einzelnen Glieder immer mehr zur vollen Mannesreife wachsen zu lassen, sodass diese fähig werden Jesus Christus zu erkennen, die Bibel selbst zu lesen und zu verstehen, und von Christus abhängig zu sein, nicht von Menschen.
Das erfordert, dass der Lehrer sich selbst verleugnet und alles daransetzt, dass die Zuhörer befähigt werden, die Lehre nicht nur zu verstehen, sondern auch mündig werden, selbst Erkenntnis erarbeiten zu können. Der Lehrer muss ausrüsten und befähigen, nicht nur verkündigen. (z. B. indem nicht bloss die biblische Wahrheit dargelegt wird, sondern die Gemeinde mit auf den Weg genommen wird, wie diese Wahrheit so in der Bibel zu finden ist (Exegetische Ausrüstung)).
Wie in der Mathematik das Wissen um den Lösungsweg erst Prüfung zulässt, so muss Lehre die Zuhörer prüffähig machen (Röm 12,2). Die Aufgabe der Ämter ist nicht ausschliessliche Wissensvermittlung theologischer Wahrheiten, sondern Ausrüstung und Befähigung selbst diese Wahrheiten entdecken zu können und sie weiterzugeben (2Tim 2,2).
Sandro Filippi
Geschieht dies nicht, ist geistlicher Missbrauch bzw. abhängig-Machen sehr nahe.
In der nachfolgenden Grafik, soll der Auftrag der Ämter (inkl. Lehrer) anhand von Epheser 4,11-16 dargestellt werden.


Interessanter Artikel.
Wie geistlicher Missbrauch in verschiedener Weise vorkommen kann …
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